Omarthrose: Die Abnützung des Schultergelenkes

Allgemeines

Die Gelenke sind Alterungs- und Abnützungsprozessen unterworfen. Die Gleitflächen der Gelenke, der Knorpel, haben nur ein beschränktes Selbstheilungsvermögen. Ist der Knorpel durch die Abnützung aufgeraut, verdünnt oder eventuell ganz abgerieben, spricht man von Arthrose.


Aufbau des Schultergelenkes

Arthrose des Schultergelenkes

 

Beschwerden

Die Arthrose des Schultergelenkes führt zu schmerz-hafter eingeschränkter Beweglichkeit und unangenehmen Schwellungs- und Entzündungs-zuständen. Mit der reduzierten Einsatzfähigkeit der Schulter sind auch der Arm und die Hand im Alltag eingeschränkt: Anheben des Unterarmes über Schulterhöhe, Kämmen, der Griff zum Portemonnaie, das Anziehen und vielleicht sogar das Essen werden schwierig und schmerzhaft.

 

Diagnose

Beschwerden, klinische Untersuchung und Alter geben wichtige Hinweise. Das Röntgenbild gibt Klarheit. Neben der Arthrose muss noch der Zustand der Sehnen, die über den Oberarmkopf ziehen (Rotatorenmanschette) beurteilt werden. Dazu braucht es oft eine Untersuchung in der Röhre (Magnetresonanz-untersuchung).

 

Behandlung ohne Operation

Allgemein bei Arthrose können Nahrungsmittelergän-zungen für den Knorpelstoffwechsel, sogenannte Chon­droprotektiva, eingenommen werden. Wichtig sind die Bestandteile Chondroitinsulfat und Glukosamin. Obschon die Wirkung teilweise umstritten ist, verwenden wir diese Substanzen häufig mit gutem Erfolg. Manchmal ist zusätzlich die Einnahme von Schmerz-mitteln und Entzündungshemmern notwendig. Mit Kortison-spritzen ins Gelenk kann die Entzündung ebenfalls reduziert werden. Hier warnen wir aber vor rascher oder wiederholter Anwendung wegen Beeinträchtigung der Gewebefunktion, Regeneration und insbesondere Infektrisiko. Mit Physiotherapie ist meistens keine wesentliche Besserung zu erreichen.

 

Behandlung mit Operation

Wir unterscheiden 3 verschiedene Prothesensysteme:

 

1. Bei der Schulterkappenprothese wird nur die Gelenk-fläche des Oberarmkopfes ersetzt.


Schulterkappenprothese
Schulterkappenprothese

2. Bei der anatomischen Schulterprothese wird die künstliche Gelenkfläche des Oberarmkopfes mit einem Schaft im Markkanal des Oberarmknochens verankert. Teilweise wird auch die Gelenkpfanne ersetzt.


Anatomische Schulterprothese
Anatomische Schulterprothese

3. Bei der inversen Schulterprothese erfolgt eine Verlagerung des Drehpunktes mit Verlängerung des Hebelarmes. Sie wird vor allem bei gleichzeitiger Verletzung der Sehnenkappe der inneren Schultermus-kulatur verwendet.


Inverse Schulterprothese
Inverse Schulterprothese
Röntgenbild vor und nach Einbau einer inversen Schulterprothese
Röntgenbild vor und nach Einbau einer inversen Schulterprothese

Die Nachbehandlung erfolgt bei allen Prothesen mit einer Armtragschlinge für ca. 5 Wochen, mit der Physiotherapie kann funktionell nachbehandelt werden, d.h. freie, passive Bewegungen ohne Belastung bis zur Schmerzgrenze.