Achillessehnenruptur

Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne des Menschen. Sie vereinigt sich aus den drei Wadenmuskeln und setzt am Fersenbeinhöcker an.


Ursache

Die Achillessehnenstabilität ist durch langsam  zunehmende körperliche Aktivität steigerbar. Sie nimmt jedoch auch bei verminderter körperliche Aktivität wieder ab, sodass es nach längeren Sportpausen  besonders in hochaktiven Sportarten wie Fussball und Tennis zu einer Ruptur kommen kann.

Ein akuter Riss der Achillessehne bei plötzlicher Anspannung der drei Wadenmuskeln tritt meist bei Vorschädigung durch Über- oder Fehlbelastungen auf. Diese Vorschädigungen treten besonders im Bereich der schlechtesten Blutversorgung, in der Achillessehnen-taillie, auf, die 2-6 cm oberhalb des Fersenbeinhöckers liegt.

 

Die Achillessehne reisst dann meist plötzlich mit einem „peitschenknallähnlichen“ Geräusch, besonders bei schnellen Start- und Stoppbewegungen.

 

Betroffen sind vor allem Männer im 30-50. Lebensalter. Hierbei können Spitzensportler genauso wie Freizeitsportler betroffen sein.

 

Achillessehnenriss
Achillessehnenriss

Diagnostik

Bei einer frischen Ruptur lässt sich meist eine Lücke in der Achillessehne tasten. Der Zehenspitzengang ist dann nur noch sehr eingeschränkt möglich.

 

Thompson Test positiv:  Beim drücken der Wadenmuskulatur in Bauchlage kommt es zu keinem Anheben des betroffenen Fusses. Durch eine Funktion des M. plantaris longus kann ein falsch negatives Bild simuliert werden.

In der Sonographie kann mit der dynamischen Untersuchungsmöglichkeit unter funktioneller Bean-spruchung der Riss nach-gewiesen und die Distanz zwischen den Stumpfen-den bestimmt werden.

Im MRI  können frische und veraltete Rupturen, Teilrupturen, Degenerationen und Verkalkungen nachge-wiesen werden.

Therapie

Die Behandlung kann grundsätzlich konservativ oder operativ erfolgen.

 

Die Behandlungstrategie richtet sich hierbei nach Alter des Patienten, Risikofaktoren (z.B. Nikotin, arterielle Durchblutung, Antibiotika (Gyrasehemmer), Erkrankungen des Bindegewebes (u.a. Rheuma, Gicht, Autoimmunerkrankungen), Diabetes und Kortikoid-behandlung), Distanz der Achillessehnenenden und sportlichen Anspruch des Patienten.

Konservativ

Nur geringe Distanzen der Achillessehnenenden zueinander erlauben die Möglichkeit einer konservativen Behandlungsmöglichkeit.

Hierbei wird der Fuss/Unterschenkel mit einem festen Verband in Spitzfussstellung ruhiggestellt. Im Verlauf erfolgt die Anlage eines Spezialschuh, der mit abnehmender Fersenerhöhung für 6-8 Wochen unter Stockentlastung getragen wird.


Der Heilungsverlauf kann per Sonographie kontrolliert werden. Die Gefahr hierbei ist, dass die Sehne verlängert und insuffizient zusammenwächst. Hieraus ergibt sich eine Kraftminderung und eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Riss der Sehne.

Fester Verband

Operativ

Die operative Therapie wird bei dem jungen oder sportlichen Patienten bevorzugt. Die Sehnenenden werden unter Sicht vernäht, hierdurch kann eine zuverlässige und möglichst anatomische Adaptation der Sehne erreicht werden, sodass eine Kraftminderung minimiert und das Risiko eines Re-Risses verringert wird.

Bei veralteten Sehnenrissen kann zur Rekonstruktion und Verstärkung des Achillessehnendefektes eine bei vielen Patienten parallel verlaufende, funktionell unbedeutende Muskelsehne  (M. plantaris longus) verwandt werden.

 

Bei sehr knochennahen Sehnenrissen wird der Sehnen-stumpf zusätzlich mit Knochenankern am Fersenbein fixiert.

 

Die Nachbehandlung erfolgt ähnlich wie bei der konservativen Therapie mit einem Spezialschuh, der mit abnehmender Fersenerhöhung für 6-8 Wochen getragen wird.

 

Die Arbeitsunfähigkeit beträgt, in Abhängigkeit ihrer körperlichen  Arbeit, 4-12 Wochen.

 

Es erfolgt eine graduell abgestufte physiotherapeutische Nachbehandlungen.

 

Mit leichten Laufbelastung können Sie ab dem 4. Monat beginnen. Kontakt- und Stop and Go-Sportarten sollte erst ab dem 7. Monat gestartet werden.

 

Zur besseren Readaptation und Einheilung der Sehne sollte auf Risikofaktoren (z.B. Rauchen) strikt verzichtet werden, um das Risiko eines Re-Risses zu minimieren.

Die geheilte Achillessehne erreicht im Verlauf maximal eine ca. 90-prozentige Belastungsfähigkeit zu der gesunden Gegenseite. Jedoch liegt das Risiko eines Re-Risses nach erfolgter physiotherapeutischer Behandlung ähnlich hoch, wie bei einer gesunden Achillessehne.