Bakerzyste

Synonyme: Poplitealzyste, synoviale Zyste der Kniekehle

 

Es handelt sich in den meisten Fällen um eine sackartige Ausstülpung der hinteren Gelenkskapsel des Knies.

Der Erstbeschreiber war der englische Chirurg Dr. Baker im 19. Jahrhundert.

Eine Bakerzyste ist fast immer Ausdruck eines Schadens im Knie mit vermehrter Flüssigkeitsbildung.

Diese Flüssigkeit wird dann in die Kniekehle gedrückt, da die hintere Kapsel der schwächste Punkt ist.

Die Flüssigkeit kann meistens nicht ins Gelenk zurückfliessen, da es zu einem Ventilmechanismus des Kanals durch die umgebenden Muskeln kommt.

Häufige Ursachen einer Bakerzyste sind ein Meniskusriss, Arthrose des Knies oder chronisch entzündliche Prozesse (z.B. chronische Polyarthritis)

 

Symptome

Eine kleine Bakerzyste verursacht oft keine Symptome. Bei grösseren Bakerzysten spürt der Patient eine Schwellung mit Druckgefühl oder Schmerzen in der Kniekehle. Diese treten bei Beugung oder auch in Streckung des Knies auf.  Es kann auch zu Stauungen der Gefässe mit Schwellungen des Unterschenkels kommen. Eine Bakerzyste kann reissen, die austretende Flüssigkeit kann zu einer massiven Schwellung des Unterschenkels führen. Tritt zusätzlich z.B. bei Patienten mit einer Blutverdünnung eine Einblutung auf, kann dies zu einem Kompartmentsyndrom führen.

Die Symptome sind ähnlich wie bei einer tiefen Beinvenenthrombose.

 

Diagnose

Die Diagnose macht der Arzt mittels klinischer Untersuchung, Ultraschall oder (wie in den meisten Fällen) mittels Magnetresonanzuntersuchung des Knies (=MRI).


Behandlung der Bakerzyste

Kleine Bakerzyste können, sofern sie keine oder nur wenig Beschwerden machen, beobachtet werden.

Grössere Bakerzysten die deutliche Beschwerden machen können mittels Ultraschall lokalisiert und punktiert werden. Es kann zusätzlich etwas Kortison gespritzt werden, das die Entzündung und somit Ergussbildung reduziert. Häufig füllt sich die Bakerzyste wieder. In diesen Fällen ist dann die operative Revision indiziert. Da eine Bakerzyste oft Ausdruck eines Kniebinnenschadens ist (z.B. Meniskusriss) führen wir in diesen Fällen eine arthroskopische Sanierung des Meniskusschadens durch. Oft genügt diese Massnahme, dass der Kanal zur Cyste verstopft wird. In einigen Fällen, va. bei Arthrose des Knies führen wir dann zusätzlich die operative Entfernung der Bakerzyste durch. Dabei wird in der Kniekehle ein Schnitt gemacht und die Bakerzyste bis zu ihrem Stiel an der Gelenkskapsel prapariert und abgetragen. Das Loch in der Kapsel wird Muskelfascienmaterial überdeckt. Nach der Operation ist eine Teilbelastung mit Stöcken für 14 Tage mit einer Streckschiene notwendig.